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Havarierter Frachter verursacht Umweltkatastrophe vor Madagaskar

Ein vor Madagaskar’s Südspitze beim „Faux Cap“ havarierter türkischer Frachter hat im Meer vor der Tropeninsel eine Umweltkatastrophe ausgelöst.

© tanalahy - Fort Dauphin - photo sharing Das türkische Frachtschiff MS „Gulser Ana“ ist am 26. August mit 39.000 Tonnen Phosphat-Fracht an Bord nur 3 km vor Madagaskars Südspitze in Seenot geraten. Seitdem gelangen aus dem schon von der hilflosen türkischen Besatzung aufgegebenen Schiff mindestens 383 Kubikmeter Diesel und 7000 Liter öl- und fäkalienverseuchtes Abwasser sowie ein Teil des Phosphats ins Meer. Die Phosphat-Ladung war für Indien bestimmt.

Der ursprüngliche und schöne Küstenstreifen von „Cap Sainte Marie“ bis „Faux Cap“ sei stark verschmutzt, wie die Fischer berichten. Die Behörden haben den Anwohnern natürlich sofort den Verzehr von Meerestieren und den Fischfang untersagt. Fragt sich nur, was die Leute in dieser Gegend denn alternativ essen sollen?

Die Landschaft um Cap Sainte Marie ist schon seit 1962 ein Schutzgebiet für selten gewordene Landschildkröten und besitzt eine einzigartige Unterwasserwelt. Von dem abgeschiedene Kap aus beobachten Touristen gerne die vorbeiziehenden Buckelwale. Aufgrund eines hohen Phosphatanteils im Meer wird nun ein explosionsartiges Ansteigen des Algenwachstums erwartet, wodurch das ökologische Gleichgewicht empfindlich gestört würde. Die an der Küste lebenden Fischer könnten dadurch ihre Lebensgrundlage verlieren.

In dieser stürmischen Ecke des Indischen Ozeans sind Schiffshavarien keine Seltenheit, wie der Schiffsfriedhof am Strand von Fort Dauphin beweist (obiges Bild).

[Update vom 03.09.09] Mittlerweile verenden an der Küste der Insel Buckelwale auf dem Strand, deren Atemwege durch Öl und Diesel verklebt sind. Das Büro des Ministerpräsidenten teilt mit, der Havarist habe noch 700.000 Liter Motoröl, eine unbekannte Menge Schweröl sowie 500.000 Kubikmeter Diesel an Bord gehabt. Es handelt sich also um eine akute Ölpest. Nach offiziell unbestätigten Berichten stand der Frachter auf einer Schwarzen Liste von Schiffen, die aus Sicherheitsgründen keine Häfen der Europäischen Union anlaufen dürfen. In dieser Region der Welt wären da nur Mayotte und Réunion als europäische Übersee-Departements in Frage gekommen.

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Ölpest nach Havarie eines Frachters:

Sterbende Wale am Strand von Madagaskar

03. Sep 18:19
Nach der Havarie der Gulser Ana sind Tausende Liter Öl und tonnenweise Phosphat ins Meer gelaufen.
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Das mit Phosphat und Öl beladene Schiff «Gulser Ana», das vor Madagaskar gesunken ist, hat eine schwere Umweltkatastrophe ausgelöst. An der Küste der Insel verenden Buckelwale, deren Atemwege durch Öl und Diesel verklebt sind.

Die Umweltschäden vor Madagaskar nach der Havarie eines Frachters nehmen immer größere Ausmaße an. Nach neuen Erkenntnissen bedroht eine Ölpest das ökologisch wichtige Gebiet im Indischen Ozean. Im Bereich des Faux Cap sind nach Regierungsangaben mehrere Kilometer Küste verschmutzt und mit toten Fischen übersät, nachdem das von der Besatzung aufgegebene türkische Schiff MS «Gulser Ana» gesunken ist.

«Am Strand angespülte Buckelwale ringen mit dem Tod», schrieb am Donnerstag die Zeitung «L’Express». Tierärzte kümmerten sich um die Meeressäuger, deren Atemwege durch Diesel und Öl des Frachters verstopft seien. Die tonnenschweren Riesen ziehen derzeit in Scharen an Madagaskars vorgelagerter Insel Saite Marie vorbei nach Reunion, um dort ihre Jungen zur Welt zu bringen. Die Bevölkerung wurde eindringlich davor gewarnt, die toten Meeressäuger zu verzehren.Die 189 Meter lange und 30 Meter breite «Gulser Ana» war nach bisherigen Erkenntnissen mit 39 000 Tonnen Phosphat für Indien beladen. Am Abend teilte das Büro des Ministerpräsidenten jedoch mit, zusätzlich habe der Havarist noch 700 000 Liter Motoröl, eine unbekannte Menge Schweröl sowie 500 000 Kubikmeter Diesel an Bord gehabt. Unklar ist, wie viel Öl sich noch in den Tanks des Wracks befindet.

Nach offiziell unbestätigten Berichten stand der Frachter auf einer Schwarzen Liste von Schiffen, die aus Sicherheitsgründen keine Häfen der Europäischen Union anlaufen dürfen.

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