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Die Sparsamkeit kostet mehr

Hallo liebe Bahnreisende! Aufgrund der anhaltenden Hitzewelle sollten Sie bei zu erwartenden Tagestemperaturen  von mehr als 30 Grad keine ICE-Fahrten mehr  antreten.

Das gilt besonders in Begleitung kleiner Kinder und gesundheitlich vorgeschädigter Personen. Von schwangeren Frauen ganz zu schweigen. Denn die Klimaanlagen in den Fernzügen der Bahn machen bei Temperaturen von mehr als 32 Grad schlapp,wie das Eisenbahnbundesamt am Donnerstag, dem 15.07. aufgrund der vielen Berichte von Reisenden über ausgefallene Klimaanlagen in den Zügen plötzlich erklärt. Natürlich streng nach einer schon 15 Jahre alten EU-Richtlinie. Reserven waren aus Kostengründen nicht vorgesehen. Geht aber, was die Zulassungen für Schnellzüge in Italien und Spanien beweisen: 40 Grad müssen die Klima-Anlagen hier nach EU-Richtlinie aushalten können.

Über 32 Grad hinaus sei “ein Abkühlen grundsätzlich nicht mehr gewährleistet”, hieß es. Die Ausfälle von Klimaanlagen in Fernzügen der Bahn reißen einfach nicht mehr ab. Das Wetter inklusive Klimawandel scheint der größte Feind der Bahn zu sein.

Alle reden Vom Wetter

  • Im Sommer verstopfen die Filter der Klimaanlagen,
  • im Herbst führt Laub zu Fahrzeitverlängerungen,
  • im Winter frieren die Weichen ein,
  • nach Tornados und Stürmen liegen Äste auf den Gleisen.

Einem Fahrgast, der bei erkennbaren Gefahren für Kranke, ältere Menschen oder Kinder nicht zum Hammer greift und versucht die Fenster einzuschlagen, könnte  wegen unterlassener Hilfeleistung ähnlicher Ärger mit der  Staatsanwaltschaft drohen, wie ihn jetzt ein  Bahn-Zugchef hat, der sich anscheinend an Weisungen seines  Arbeitgebers hielt. Die Bielefelder Staatsanwaltschaft ermittelt.

Technische Details

Die technischen Details der Ausfälle von Klimaanlagen kennt Lieferant Siemens samt seiner Zulieferer sicherlich bestens. Aber die schweigen lieber oder schimpfen über verpasste Wartungsprofite. „Wer ein Auto kauft und zehn Jahre nicht zur Werkstatt bringt, darf sich auch nicht wundern, wenn er irgendwann mit dem Fahrzeug liegen bleibt“, sagte ein Siemens-Sprecher der Presse. Wenn es sich um eine Überlastung der Klimaanlagen handelt, dann haben auch die Ingenieure Fehler gemacht. Bei Überhitzung müsste die Anlage eben automatisch in einen Differenzbetrieb gehen und nicht abschalten. Darin dürfte das Hauptproblem liegen.

Statt dessen liest sich eine Handlungsanweisung der Bahn an alle Zugchefs und Zugbegleiter wie folgt: Unter der Überschrift “Vorbeugende Maßnahmen zur Abwendung von Ausfällen” soll da stehen: “Weiterhin gilt, dass bei zu erwartenden Außentemperaturen von mehr als 32 Grad bereits vorausschauend (in der Regel vormittags) die Sollwertgeber für Raumtemperatur in Stellung ‘warm’ gestellt werden müssen… . Hierdurch wird die Gefahr der Überlastung der Kälteanlage stark reduziert.”

Ein verbindliches Notfallprogramm für Hitzewellen liest sich anders. Das Bielefelder ICE-Hitzedrama ist ja bundesweit in aller Bahnfahrer Munde. Ob die Deutsche Bahn aus Image-Gründen den ICE-Halt Bielefeld Hauptbahnhof  aus allen Fahrplänen streicht, kann noch nicht bestätigt werden. Schließlich ist Bielefeld nicht mehr der einzige Überbringer schlechter Nachrichten.

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1 Kommentar zu “Die Sparsamkeit kostet mehr”

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