Ein neuer Social-Micro-Payment-Service geht an den Start und könnte eine Revolution im Sozialverhalten von Webworkern auslösen. VaoVaoWeb macht mit beim geschlossenen Beta-Test.
Auf unseren Webseiten und Blogs taucht nun immer häufiger dieser Button mit der unmissverständlichen Botschaft auf: Flattr This! Es handelt sich dabei um den geschlossenen Beta-Test eines Social-Micro-Payment, das Ex-Pirat-Bay Betreiber Peter Sunde mit aus der Taufe gehoben hat. Die Plattform Flattr wird sicher bald flächendeckend angeboten, und ich kann als Beta-Tester jetzt schon berichten: Flattr rocks!!!!
Wie Flattr funktioniert, hat Peter Sunde auf der Re:publica 2010 in Berlin eindrucksvoll, prägnant und seiner Einschätzung nach sehr kurz präsentiert.
Peter Sunde spricht über Flattr auf der Re:publica
Wir machen jetzt auch die Flattr und ihr könnt Planet VaoVaoWeb und fast alle anderen Webangebote auf unseren Webservern direkt mit einem Micro-Payment unterstützen, wenn es Euch denn so gefällt. Mit Hilfe von Flattr können sich Nutzer in Form einer kleinen Gabe für digitale Inhalte bedanken. Und das könnte eine Revolution im Sozialverhalten von Webworkern auslösen.
Money makes the Web go around
Jetzt wird es problemlos möglich sein, die geschätzten Quellen, Helfer und Mentoren im Web für ihre Arbeit mit einer kleinen Aufmerksamkeit von 1 Cent bis zu mehreren Euros zu belohnen. Und das im Geben-Nehmen Kontext. Wer andere honoriert, kann selbst belohnt werden. Die Erklärung der technischen Feinheiten dieses Systems überlasse ich lieber der Flattr Hompage, dem Flattr Blog und seit heute neu im Web: dem Flattr Forum.
Schon bei der Installation und Pflege der WordPress Plugins konnte ich an mir selbst beobachten, wie einfach es nun ist, die Lieferanten einer Software, eines guten Blog-Kommentars oder aufschlussreichen Artikels mit einem Maus-Klick zu belohnen und somit Dank der geflossenen Anerkennung auch zum Weitermachen zu motivieren.
Von den 2€, die ich für den abgelaufenen Monat Mai über PayPal für diese Zwecke abgezweigt habe, wurden 5 Ersteller von digitalem Content belohnt und mit jeweils 0,40 Cent gesponsort. OK, PayPal hat seine bekannt hohen Transfergebühren kassiert, die Flattr-Plattform nimmt sich 10% des Volumens für ihre Kosten. Aber wenn das System erst mal rennt und viele Webmaster und “Creative Web Citizen” mit im Boot sind, könnte die Vision von Peter Sunde Realität werden: “Aus vielen Bächen wird ein großer Strom!”
Ausblick
Und genau das könnte Flattr nach einer erfolgreichen Durchdringung der Blogosphäre zum millionenschweren Übernahmekandidaten durch Google, Facebook und übliche Konsorten machen. Denn man stelle sich vor: Da entstehen Millionen von Datensätzen der Anbieter und Konsumenten von digitalem Content mit der Info, wer bereit ist für etwas zu bezahlen. Und wieviel es ihm bedeutet!
Hier geht der Generalangriff auf den überall ausgebrochenen Facebook “Like” Button in Stellung: Dessen Betätigung kostet nichts und hat eine gewisse Belanglosigkeit, aber der Wert jeder Flattr-Aktion wird mit kleinen Geldbeträgen sozial verifiziert, kommt also der Bedeutungs-Wahrheit im Web sehr nahe. Sozusagen wie Pokern um Streichölzer versus Poker mit echten Banknoten.
Vielleicht wird der Flattr-Counter einmal das, was der Google PageRank nie war: finanzielle Teilhabe an der Klassifizierung des Webs nach Bedeutung. Und vielleicht kommt dann das ehemalige Nachrichten-Magazin “Spiegel Online” ganz schlecht weg. Könnt ja sein…
Terms of use
Bitte unbedingt die Nutzungsbedingungen von Flattr beachten!
We haven’t set any terms, yet. Be intelligent. (Flattr Terms of use)
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Gefällt mir dein Artikel zu Flattr und deine Einschätzung habe dich auch mal geflattrt, als Belohnung für so einen schönen Artikel
Ich find flattr auch eine prima Idee, so vom Prinzip her. Allerdings nur, wenn es die ansonsten im Web so verbreitete nervige Reklame ersetzt, denn ansonsten ist es nur ein weiterer Schritt in Richtung Kommerzialisierung…