GEO-Reporter haben den Chef der Washingtoner Umweltschutzgruppe Environmental Investigation Agency (EIA) dabei begleitet, wie er auf Madagaskar under cover den illegalen Holzeinschlag im Masoala Nationalpark ermittelte.
Nach den Recherchen von EIA-Chef Alexander von Bismarck und seiner Organisation hat der mit dem neuen madagassischen Regime offenbar verbrüderte Roger Thunam im März 2009 einen Container Ebenholz zu einem Hamburger Holzhändler geschickt, der die Lieferung an den US-Gitarrenbauer Gibson verkaufte, bei dem es Ende 2009 deshalb eine weltweit Aufsehen erregende Hausdurchsuchung gab.
Laut einer Pressemitteilung des Gruner+Jahr Verlages, stellten sich die GEO-Reporter in Madagaskar als Gitarrenbauer vor, die mit ihrem Holzlieferanten die Qualität der Ware prüfen wollten. Prompt wurden die falschen “Geschäftsleute” nach mehrtägigem Marsch durch den Regenwald zu einem rund 100-köpfigen Holzfällerteam mitten im Masoala-Nationalpark an der Östküste geführt.
Der Masoala-Nationalpark ist die noch artenreichste Region der Insel. So wurden sie Zeugen des Einschlags und Abtransports von täglich Dutzenden Ebenholz- und Rosenholzstämmen.
Obwohl hier das “Waschen” illegalen Holzes auf dem Transportweg, etwa über ein Drittland wie Deutschland dokumentiert wird, verschwinden die Mehrzahl der Baumstämme wahrscheinlich in Richtung China.
Noch ist auf Madagaskar das Fällen von Rosenholz und Ebenholz in den ökologisch sensiblen Zonen, zu denen Nationalparks gehören, verboten. Nach internationalem Recht aber wird der Handel mit ihnen paradoxerweise in jenem Moment legal, wo das Holz das betreffende Land verlassen hat.
Und was unternimmt die neue madagassische Übergangsregierung HAT dagegen? Sie hat ein Dekret erlassen, das den Handel mit Rosen- und Ebenholz aus Nationalparks plötzlich erlaubt.
Die vollständige Reportage erscheint im GEO Heft 4/2010. Wie bei GEO üblich, gibt es auch eine lange Online-Fassung mit dem Titel: Operation geplündeter Wald (Print). Die Pressemitteilung gibt es hier.
Das Heft
Titelthema: Holzhandel – Heiße Spur im Wald. “Lügen, damit aus Bäumen keine Balken werden: Öko-Detektive treten als Holzhändler auf.” Von Philipp Kohlhöfer (Text) und Toby Smith (Fotos).
GEO Magazin Nr. 04/10 – So operiert die Holzmafia













