Sie kannten den Musiker Alex Chilton nicht? Ich bis heute auch nicht. Aber ich liebe den Song “The Letter”.

Vermutlich jeder wird den von ihm interpretierten Superhit The Letter (geschrieben von Wayne Carson Thompson) kennen, einen Song von geradezu reiner und eindrucksvoller Direktheit: Sie schreibt ihm einen Brief, er will zurück nach Hause und alles ist wieder gut. In der Zeit meiner Jugend ohne Email, Mobiltelefon, SMS und sozialen Netzwerken einer der schönsten vorstellbaren Momente des Glücks.
Aber der Sänger quittierte eine Botschaft, die eigentlich euphorisch hätte stimmen müssen, so gekonnt mit Trauer und Verzweiflung, dass es einem schauderte. Wie hieß nochmal die Band? BoxTops! Und Alex Chilton begann als Jungstar bei eben diesen Box Tops, die 1967 mit The Letter die Charts stürmten.
Auch Joe Cocker sang den Zaubersatz “Gib mir ein Flugticket…”, erreichte aber nie die Intensität des Teenagers Chilton.
Chiltons Karriere ging recht ungewöhnliche Wege, meist nicht mit Erfolgen verwöhnt. Lange Zeit waren sie von Drogen und Depressionen überschattet. Nach dem er clean wurde arbeitete er als Landschaftsgärtner und Tellerwäscher, gründete eine Coverband, spielte für Touristen auf der Bourbon Street. Bis er durch den Punk plötzlich wieder angesagt ist.
Gestern starb der Songwriter und Musiker Alex Chilton 59jährig in einem Krankenhaus in New Orleans, vermutlich an einem Herzinfarkt. Er hinterlässt eine Frau und einen Sohn.
Wer sein musikalisches Werk durchstöbert, horcht immer wieder auf: das hab ich doch schon mal gehört! Seine Kompositionen wurden von zahlreichen Kollegen gecovert.
“Listen Mr. Can’t-You-See…”
In diesem Video scheint irgendetwas mit dem Playback-Band nicht zu stimmen. Die Musiker nehmen es mit Humor.
Erst 2009 ist mit Keep An Eye On The Sky eine Zusammenstellung aller seiner Big-Star-Songs erschienen.












