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Google verhaften?

Wie Heise Online erfahren hat, wurde im Zusammenhang mit dem Datenvorfall bei SchülerVZ am  Sonntag ein männlicher Verdächtiger von der Berliner Polizei festgenommen. Der Verwurf laute auf Ausspähen von Datenbeständen. Ob es sich auch um Erpressung handelt, müssten die vom Landeskriminalamt Berlin geführten weiteren Ermittlungen ergeben.

Eine solch heftige Reaktion auf das Crawlen von öffentlich zugänglichen Webinhalten ist ungewöhnlich. Wird die deutsche Polizei nun auch die Verantwortlichen von Google bei ihrem nächsten Deutschlandbesuch am Flughafen verhaften? Die crawlen schließlich auch alles was öffentlich zugänglich ist und cachen das auch noch bis in alle Ewigkeiten. Aber erpressen die auch?

Das Geschäftsmodell eines Monopolisten funktioniert viel intelligenter. Wer nicht nach deren Regeln mitmacht, kann die Bude abschließen. Also zurück zu den kleinen Fischen.

Nach bisher bekannten Angaben der Betreibergesellschaft VZnet hatte der bisher nicht identifizierte Verdächtige mit einem selbstprogrammierten Crawler Datensätze mit für Nutzer der Netzwerke öffentlich einsehbaren Daten automatisiert abgegriffen (Name, Alter, Geschlecht und die besuchte Schule sowie um Porträtfotos der Betroffenen). Der Verdächtige habe  als Nutzer von SchülerVZ auch nur Daten dieses Netzwerkes kopiert. Der Betreiber betont, dass “keinerlei persönliche Kontaktdaten” abgegriffen wurden. Diese Stellungnahme erklärt aber nicht, was diesen aktuellen Vorfall von der Sammelwut unzähliger Crawler und Spider im WWW unterscheidet.

In diesem Fall handelt es sich aber nicht um ein Web-Start-Up, sondern um einen 20-jährigen Mann aus Erlangen. Er sei in den Räumen der VZ-Netzwerke (Holtzbrinck-Gruppe), dem Betreiber von SchülerVZ und StudiVZ, festgenommen worden.  Der Tatverdächtige soll dem Unternehmen gedroht haben, die Daten ins Ausland, etwa nach Osteuropa, zu verkaufen, falls er kein Geld erhalte. Aber ich vermute mal, dass die dort anvisierten potentiellen Kunden über solch ein Angebot nur müde gelächelt hätten.

Die Fachleute von Heise sprechen von einem florierenden Markt für Datensammelprogramme und bezweifeln, dass es sich bei dem Sammeln von User-Daten tatsächlich um eine Straftat handelt.

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