Es ist das meistgespielte Lied der Welt. In Sansibar wird es am Ende einer Hochzeit gespielt, in Rumänien am Ende einer Beerdigung. Es ist das Lieblingslied der Deutschen. “La Paloma” ist ein Jahrhunderthit.
In Deutschland gilt “La Paloma” seit Jahrzehnten als Lied des Nordens: Hans Albers’ alkoholgetränkte Version wurde einst von Goebbels verboten, während Freddy Quinn das Lied in die Hitparaden brachte. Der Hamburger Alleinunterhalter Peter Fläschner drückt es so aus: “La Paloma’ ist das Lied des Lebens. Denn alles, was im Leben wichtig ist, ist in ‘La Paloma’ enthalten.”
Die Dokumentation von Sigrid Faltin über “La Paloma” lief heute Abend auf Arte und hätte sicher auch dem TV-Kritiker Marcel Reich Ranitzki gefallen. Sie sucht nach den Spuren von “La Paloma” auf der ganzen Welt -- und wird fündig. Ob in Kuba, Mexiko oder Rumänien -- überall finden sich Liebhaber des Liedes, das von Sehnsucht und von Liebe erzählt.
In jedem Land, so Faltin, sei “La Paloma” zum Teil der jeweiligen Kultur geworden. Diese Melodie verbinde Menschen unterschiedlicher Religion und Hautfarbe. Das Lied sei ein wunderbares Beispiel dafür, wie sie sich die Globalisierung wünsche: Global spielen -- lokal singen.
Der “La Paloma”-Experte Kalle Laar aus München kennt mehr als 2.000 verschiedene “La Paloma”-Versionen. Eine kleine Auswahl davon präsentiert die Dokumentation, unter anderem von Elvis Presley, Freddy Quinn, Hans Albers, Perikles Fotopoulos Jean Thomé, dem Coco Schumann Quartett, Marianne und Katharina Hellstern in der Katholischen Kirche Santana, Rumänien, der Blaskapelle Anina-Steierdorf unter Leitung von Karnel Otto aus Rumänien, Makame Faki mit Culture Musical Club aus Sansibar, Harry Koizumi, Matt Forster aus Hawaii, Eugenia León y la Puebla Philharmonic Orqestra aus Mexiko sowie Marianita y René aus Kuba.
Hintergrundinformation
Die Dokumentation lief auf verschiedenen Festivals und hat bereits einige Preise gewonnen, wie den Golden Palm Award beim Mexico International Film Festival Kalifornien 2009 als “Best Documentary” und den Preis “Best Film of Art” beim Pärnu International Documentary Film Festival.
La Paloma -- Sehnsucht. Weltweit -- Dokumentation D/MEX/C 2006












