Der Indische Ozean ist noch das weltweit ertragreichste Thunfisch-Fanggebiet. Insbesondere Spanier und Franzosen stellen den Tieren dort mit riesigen Fabrikschiffen nach.
Allein die Spanier sollen mit mehr als 20 Schiffen zwischen Somalia und den Seychellen unterwegs sein. Viele von ihnen sind in den vergangenen Jahren mit EU-Geldern modernisiert worden. Um die immer seltener werdenden Thunfischschwärme aufspüren zu können, kümmern sich diese Fabrikschiffe kaum um geschützte Hoheitsgewässer.
Da die meisten afrikanischen Küsten-Staaten keine schlagkräfige Küstenwache oder Marine haben, fischen die Trawler oft schon in Sichtweite der Küstenbewohner. Ob in Cabo Verde, Marokko, Mauretanien, Senegal oder Madagaskar: Ihnen bleiben zum Überleben nur die Bestände in direkter Küstennahe oder in den Korallenriffen, wie diese leckeren Rotbarben auf meinem Bild.
Allerdings sind die Erträge im Jahr 2008 wegen der vielen Piratenangriffe um rund 30 Prozent zurückgegangen. Und wieder haben Piraten östlich von Somalia den baskischen Thunfisch-Trawler “Alakrana” geentert und an die somalische Küste gebracht. Kriegsschiffe der “Atalanta” Flotte kamen zu spät, um noch einzugreifen zu können.
Die Presse ortet den Vorfall rund 400 Seemeilen östlich von Somalia, aber im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP sagte wohl einer der Kidnapper: “Dieses Schiff fischt schon lange illegal in unseren Gewässern, und jetzt haben wir es uns geschnappt.”
Mit der Ausweitung ihrer Reichweite kommt nun auch ein ganz neues Geschäftsfeld für Piraten in Sichtweite: Die Entführung eines echten Prinzen und Thronfolgers.
Update: Auf französischen Fischerbooten fahren schon Soldaten mit und Spanien heuert nun Söldner an. Die Frage ist auch, wer eigentlich die Piraten sind, wenn angesichts der Hungersnot am Horn von Afrika die Europäer die reichen Fischgründe leer fischen. Mehr im Artikel bei Telepolis: Piratenüberfälle vor Somalia nehmen massiv zu.















Am Dienstag dem 17.11.2009 ließen die somalischen Piraten vor Haradheere das spanische Fangschiff “Alakrana” nach knapp sieben Wochen Geiselhaft wieder fahren – gegen ein Lösegeld von vermutlich knapp 4 Millionen Dollar. Genau weiß das aber niemand, denn die spanische Regierung bestreitet, überhaupt gezahlt zu haben.
Die zehn französischen Thunfisch-Fangschiffe im Indischen Ozean haben nun sämtlich französische Soldaten an Bord.