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Es ist Deutschland hier

Der künftige Außenminister Guido Westerwelle weigert sich Englisch zu sprechen oder auch nur anzuhören. Und warum? Weil er Englisch nicht so recht beherrscht.

Die unzureichenden Sprachkenntnisse  des Guido Westerwelle in Englisch waren den Web-Citizen schon länger bekannt und es liegt mir fern, mich darüber lustig zu machen. Schließlich haben wir auch so unsere Schwächen. Aber wir streben auch nicht das hohe Amt des Außenministers an.

Das mag sich der clevere Reporter von der BBC auf der ersten Pressekonferenz des Wahlsiegers auch gedacht haben und stellte dem Guido eine böse Falle: Er lanciert eine einfache, eher belanglose Frage in Englisch und bittet ausdrücklich um eine Antwort in Englisch. Wer sich nun schon auf eine Lothar-Matthäus Parodie gefreut hatte, wurde enttäuscht.

Der so vorgeführte Guido Westerwelle reagierte mit einer inhaltsfreien Sprechblase vom Feinsten, und das in Deutsch, weil “es ist Deutschland hier.”

Fantastisch, wie er die arroganten Briten auf kontinentale Zusammenhänge hinweist. Das Web amüsiert sich denn auch schon über einen  “vielleicht-Außenminister” mit “lübkeesken Englischkenntnissen”. Nicht nur der einfache Wähler ging bisher davon aus, dass es gewisse Grundlagen gibt, an denen man auch als Minister nicht vorbeikommt. Unter anderem, dass der Außenminister ein halbwegs passables Englisch spricht und dies auch einsetzt. Englisch ist die Weltsprache und die der internationalen Diplomatie, und spätestens hier wird es auch den deutschen Wirtschaftsführern Angst und Bange. Calling Gütersloh! INSM, übernehmen Sie!

Ein schönes Amt

Hans Barbier, Botschafter der Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), wirbt neuerdings für den Vorschlag, ein aus den Ressorts Finanzen und Wirtschaft zusammengelegtes und mit dem Bereich Energie angereichertes “Superministerium” zu schaffen mit der Bemerkung, dass Außenminister zwar ein “schönes Amt” sei, die “große Linie” der Außenpolitik aber doch von der Kanzlerin bestimmt würden. Barbier meint: “Im Ringen um Steuersenkungen und Haushaltskonsolidierung könnte Westerwelle dem Land als Superminister mehr nützen.”

Wer stellt die Mannschaft auf?

Möglicherweise fürchtet man in Wirtschaftskreisen hinter vorgehaltener Hand auch, dass die sonst in Deutschland nicht hinterfragten sexuellen Neigungen eines deutschen Außenministers vor allem in Gesprächen mit homophoben Staaten in Afrika, Asien oder dem arabischen Raum dazu führen könnten, dass lukrative Geschäfte im Zweifelsfall eher nicht an deutsche Firmen vergeben werden. Und nun sind wir alle gespannt, wer in Deutschland den Außenminister ernennt. Angela oder die Export-Wirtschaft?

Lebenslanges Lernen

Aber es gibt noch Hoffnung. Joschka Fischer und Frank-Walter Steinmeier sind trotz seiner doch eher bescheidenen Englischkenntnisse Außenminister geworden. Und für Angela wäre es doch schön, den Guido ständig im Bundeswehr-Airbus umher jetten  zu lassen, anstatt Mr. Westerwave täglich in Berlin ertragen zu müssen. Und das Motto des “Lebenslangen Lernens” gilt sicher auch für die “Leistungsträger” dieser Republik, oder?

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