Anzeige
ImmobilienScout24 - Immobilie suchen, Wohnung, Haus, Grundstück zur Miete, zum Kauf
Planet VaoVaoWeb header image

Braucht Madagaskar jetzt Kampfhubschrauber?

Belgien will Hubschrauber, die zur militärischen Aufstandsbekämpfung genutzt werden können, an die international nicht anerkannte Übergangsregierung auf Madagaskar verkaufen.

© SoetkinVdc - Belgian Air Force Alouette III - photo sharingWie der französische Journalist und Madagaskar-Kenner Francois Misser in der Berliner taz berichtet, will Belgien will der Übergangsregierung von Madagaskar, die es offiziell genausowenig anerkennt wie die gesamte EU, Hubschrauber liefern, die für militärische Zwecke eingesetzt werden können.

Wie die belgische Nachrichtenagentur Belga enthüllt, sind Verhandlungen im Gange, 23 “überschüssige” sprich ausgemusterte Hubschrauber der belgischen Luftwaffe der Marke “Alouette III” an Madagaskar zu verkaufen. Diese Hubschrauber können mit aufmontierten Maschinengewehren zu Kampfzwecken im Tiefflug eingesetzt werden.

In Madagaskar amtiert seit dem Sturz des gewählten Präsidenten Marc Ravalomanana durch das Militär am 17. März eine Putschregierung unter dem früheren Oppositionsführer Andry Rajoelina; Verhandlungen zu einer politischen Lösung der Krise sind bislang gescheitert, und Rajoelina behauptet, Ravalomananas Anhänger planten einen Putsch. Erst Ende letzter Woche boykottierten die internationalen Diplomaten auf Madagaskar die Unabhängigkeitsfeiern.

Die Afrikanische Staatenunion AU tönt zwar gerne von einer militärischen Intervention zu Gunsten des vertriebenen Präsidenten, die jedoch reines Wunschdenken ist. Zwar haben neulich Regierungstruppen auf den Komoren mit maßgeblicher Unterstützung der Afrikanischen Union (AU) einen Angriff auf die abtrünnige Insel Anjouan gestartet. Aber ohne massive logistische Unterstützung der französischen Streitkräfte von der Komoren- und jetzt auch EU-Insel Mayotte wäre ihnen diese Intervention nicht möglich gewesen. Und die Gegenwehr des in seinem Nationalstolz gekränkten madagassischen Militärs wäre von einem ganz anderen Kaliber.

Wozu braucht also ein Insel- Land ohne Feinde in der Nachbarschaft eine Kampfhubschrauberflotte? Und das in einem Land, dass keine funktionierende Küstenwache samt Seenotrettungsdienst kennt und auch kein Luftnotrettungsnetz für Schwerkranke und Unfallopfer betreibt.

Da der Übergangspräsident Andry Rajolina nur durch Unterstützung der Militärführung regieren kann ist nicht ausgeschlossen, dass er nun deren gesammelte Wunschzettel erfüllen wird. Und das trotz chronisch leerer Devisenkasse. Für den Machterhalt sind solch tödliche Massaker-Maschinen nicht förderlich.

Denn die post-koloniale Geschichte Madagaskars zeigt ganz deutlich, dass bisher jeder amtierende Machthaber kurz nach blutigen Massakern an der Bevölkerung das Land fluchtartig verlassen musste. Der letzte, der diese madagassische Eigenart mit dem als Blutiger Samstag getauften Angriff auf friedliche Demonstranten am 7.2.2009 ignorierte, war Ex-Präsident Marc Ravalomanana, der sich danach nur noch im  süd-afrikanischen Exil umtreibt.

Und niemand in Madagaskar hat die Ereignisse vom 10. August 1991 vergessen, als der damalige Präsident und Diktator von Madagaskar, Didier Ratsiraka, den Schießbefehl auf die Demonstranten gegeben hatte. Ein Zug von Demonstranten war auf dem Weg vom Platz des 13. Mai in Analakely zum Präsidentenpalast in Iavoloha. Der Marsch wurde von einem Hubschrauber aus sowjetischer Produktion mit einer Besatzung aus Nordkorea erwartet, von dem Granaten geworfen wurden. Von den Bodentruppen wurden die Leute danach über die Felder verfolgt und beschossen.

Verwandte Artikel:

  1. Madagaskar: Marc Ravalomanana tritt zurück
  2. Wer ist der Präsident von Madagaskar?
  3. Präsidentenwahl in Madagaskar nun für Ende 2009 geplant
  4. Nahrungsmittelsicherheit für Konzerne trotz Staatsstreich in Madagaskar
  5. Tana brennt!

Dieser Text ist mir was wert: [?]
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (noch nicht bewertet)
Loading ... Loading ...


Diese Seite zu Favoriten.de hinzufügen   Tweet this   ShortNews  
| More

Kommentieren

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, daß der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluß aktuell zugewiesen ist, von mir im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder sonst weitergegeben.

Aktuelles

zum Thema: Madagaskar