Anzeige
ImmobilienScout24 - Immobilie suchen, Wohnung, Haus, Grundstück zur Miete, zum Kauf
Planet VaoVaoWeb header image

99 Jahre kostenlos

© REMY SAGLIER - DOUBLERAY - RIZIERE #14 / RICE FIELD #14 - photo sharingViele Entwicklungsländer überlassen Investoren für Jahrzehnte riesige Agrarflächen, ohne dafür Geld zu bekommen – die wertvollen Felder werden quasi verschenkt. An Staaten wie China, Südkorea oder Saudi-Arabien.

Mittlerweile hat dieses Phänomen solche Ausmaße angenommen, dass auch die FAO, vor “Neokolonialismus” warnt, wobei reiche Staaten sich auf Afrika stürzen würden, um so ihre Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen.

Dabei wird jedoch außer Acht gelassen, dass das Land häufig bereits genutzt wird und Bauern entschädigungslos vertrieben werden.

Exemplarisch sei etwa Madagaskar, heißt es in dem Bericht, den die FAO gemeinsam mit anderen Institutionen erstellt hat. Politiker des afrikanischen Staates wollten im vergangenen Jahr die Hälfte des gesamten Ackerlandes auf der Insel der südkoreanischen Firma Daewoo Logistics für 99 Jahre kostenlos überlassen.

Neben dem Land sollte die Firma noch Steuergeschenke erhalten. Als einzige Gegenleistung versprach Daewoo Logistics neue Arbeitsplätzen und neue Straßen. Doch diese Versprechen waren im Vertrag so vage gehalten worden, dass Madagaskar sie nie hätte einklagen können. Anhaltende Massenproteste der Bevölkerung, von der die Mehrheit  in Armut lebt, kippten das Projekt und erzwangen in blutigen Auseinandersetzungen den Sturz des madagasisschen Präsidenten Marc Ravalomanana.

Ausgerechnet Madagaskar, dessen ökologischen Probleme schon weit fortgeschritten sind. Der Regenwald auf Madagaskar ist auch schon ohne die ausländischen Pächter bedroht. Die Bodenerosion ist gigantisch und der Verbrauch an Holzkohle für das tägliche Kochen auf Grund des Fehlens von Alternativen enorm.

Oft übersehen werden die Folgen der Mangelernährung. Viele Bauern produzieren auf ihren Feldern den hochwertigen roten Reis. Mangelt es an neuen Anbauflächen für die wachsende Bevölkerung, muss noch mehr vom billigen und nährstoffarmen Importreis beschafft werden. Die gesundheitlichen Folgen gehen bisher in keine Kalkulation mit ein.

Verwandte Artikel:

  1. Anwälte und Scheckbücher statt Kanonenschiffe und Glasperlen
  2. Madagaskar wird teilweise an einen südkoreanischen Konzern verkauft
  3. Der neue Madagaskar-Plan
  4. 50 Jahre Republik Madagaskar
  5. Nahrungsmittelsicherheit für Konzerne trotz Staatsstreich in Madagaskar

Bookmark:  Diese Seite zu Favoriten.de hinzufügen   Über die Webnews Leiste bookmarken   Tweet this   ShortNews   Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen yigg it


Kommentieren

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, daß der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluß aktuell zugewiesen ist, von mir im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder sonst weitergegeben.

Aktuelles

zum Thema: Madagaskar