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Anwälte und Scheckbücher statt Kanonenschiffe und Glasperlen

Afrika ernährt sich noch überwiegend von dem, was Kleinbauern ernten. In Kenia etwa bauen mehr als eine Million Farmer Mais an, das Hauptnahrungsmittel im Land. In Madagaskar ist es der Reis.

© tanalahy - Charete - photo sharingSo ist denn auch der Verkauf von Ackerland an ausländische Investoren bei den Bürgern in Afrika, die immer noch überwiegend Kleinbauern sind, nicht sonderlich beliebt.

Afrikas Bauern bekommen maximal Jobs auf den Farmen ausländischer Investoren – von der Ernte bleibt ihnen nichts. Bei den derzeitigen Modellen ist das Ziel der Investoren ausschließlich, Agrargüter aus Billiglohnländern günstig in Hochpreisländer zu verkaufen. Ein Viertel Ersparnis zum Weltmarktpreis erwarten die Regierungen, die mit den Verpachtungen praktisch ihr Hoheitsgebiet erweitern.

Hotspots

Sudans Regierung soll den Golfstaaten 900.000 Hektar bestes Farmlandan den Ufern des Nils zugesagt haben, für 99 Jahre Pacht. Offiziell will das in Khartum freilich niemand bestätigen.

Der koreanische Mischkonzern Daewoo will auf Madagaskar Futtermais und Ölpalmen anbauen – 1,3 Mio. Hektar hat die Regierung des bettelarmen Inselstaats dafür bereitgestellt.

In Kenias Tana-Flussdelta sollen 40.000 Hektar Land an den Golfstaat Katar verpachtet werden – zum Anbau von Früchten und Gemüse.

Neo-Kolonialismus

Kritiker sprechen von Neo-Kolonialismus. “Früher haben die reichen Nationen Kanonenschiffe und Glasperlen eingesetzt, heute sind es Anwälte und Scheckbücher”, so der britische Umweltschützer George Monbiot. “Der Westen will sich mit aller Kraft vor der drohenden Nahrungsmittelkrise retten, auch wenn das heißt, dass Menschen anderswo verhungern werden.”

Viele von Afrikas Regierungen haben eigene private Interessen, ihr Land zu verpachten. Einige Politiker sind zugleich Großgrundbesitzer oder verdeckt agierende Shareholder der Investmentfirmen und profitieren direkt von den Verkäufen.

Soziale Explosionen

Wie explosiv so etwas enden kann, zeigt sich derzeit auf Madagaskar: Über den Millionendeal mit Daewoo, von dessen Erlös sich der Präsident unter anderem eine zweite Boeing kaufte, haben die Armen einen blutigen Aufstand begonnen, dessen Ende noch nicht absehbar ist.

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1 Kommentar zu “Anwälte und Scheckbücher statt Kanonenschiffe und Glasperlen”

  1. Jack sagt:

    Na ob das mal gut geht. Bis heute ist jedenfalls mir nicht klar ob das Land an Daewoo bereits verkauft wurde. Demnach ist wohl auch nicht klar von welchem Geld die Boeing gekauft wurde.

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