Lieber nach Hause fahren – Teil 3
Prinz Willem-Alexander, der 40-jährige Sohn von Königin Beatrix, möchte am afrikanischen Kapitel der Familiengeschichte weiterschreiben. Sein deutscher Vater, Prinzgemahl Claus von Amsberg, verbrachte zehn Jahre seiner Kindheit nördlich von Mosambik in Tansania. Er hatte diese Jahre als besonders glücklich in Erinnerung. Es heißt, er habe seinem Sohn davon vorgeschwärmt und gesagt: “Im Grunde meines Herzen bin ich Afrikaner.”
Der niederländische Thronfolger möchte jedoch kein Hotel-Reisender sein, er liebäugelt mit dem Projekt einer Ferien-Villa in Afrika, statt auf dem niederländisch geprägten Aruba in der Karibik.
Die königlichen Afrika-Ferien sollen auf der schönen Halbinsel Machangulo am Südende von Mosambik genossen werden. Hier plant Willem-Alexander, mit seiner Frau Máxima und den Kindern aus eigenen Mitteln ein Feriendomizil.
Aber wie das bei Königinnen, Prinzen und Staatsoberhäuptern nicht ausbleibt, sind Folgekosten für die niederländische Staatskasse zwangsläufig. So z.B. die Entsendung einer Fregatte der Marine, die vor Machangulo kreuzen und Willem-Alexander im Falle eines Falles zur Seite stehen soll. Das wäre ja noch tragbar, könnte die Fregatte in der übrigen Zeit vor dem nahen Somalia auf Piratenjagd gehen.
Doch selbst ohne Marine-Einsatz würden die Kosten für die Sicherheit des künftigen Königs enorm sein. Ihm und seiner Familie stehen gut ein Dutzend Leibwächter auch im Urlaub zu. Zudem müsste die Villa wie in Afrika üblich das ganze Jahr über bewacht werden und es müssten Vorkehrungen für medizinische Notversorgung und eventuelle dringende Heimflüge getroffen werden, sprich ein Flugplatz samt Helikopter sollten schon mit im Paket sein.
Ihren Traum vom Feriendomizil in Mosambik wollen Willem- Alexander und Máxima gemeinsam mit “einigen europäischen Freunden” verwirklichen, sozusagen eine Prinzen-WG. In den Medien ist die Rede vom belgischen Kronprinzen Philipp und dessen Frau Mathilde sowie vom spanischen Thronfolger Felipe. Auch weitere Mitglieder des europäischen Hochadels sollen mit dem Gedanken spielen, sich wie Willem-Alexander von Oranien-Nassau auf Machangulo einzukaufen. Denn in der Abgeschiedenheit eines dortigen Naturreservats errichtet die südafrikanische Firma Blue Bay Developments eine Fünf-Sterne-Urlaubsanlage mit bis zu 120 Ferienvillen. Mehr als die Hälfte davon liegen direkt am Strand.
Kronprinz Willem-Alexander schwärmte denn auch von der Lage, als er das Projekt ankündigte: “Von unserem künftigen Ferienhaus aus können wir die Walfische vorbeiziehen sehen.”
Immerhin sollen auch Siedlungen, ein Krankenhaus und fünf Schulen entstehen. Mit diesen Angeboten hat sich Blue Bay Developments die Zustimmung der örtlichen Bevölkerung für das touristische Mega-Projekt gesichert. “Wir helfen den Menschen dort”, hatte Prinzessin Máxima gesagt, als das Projekt im Sommer bekannt wurde. “Die lokale Bevölkerung profitiert davon”, fügte ihr Gatte hinzu. “Wir helfen, tausende von Arbeitsplätzen zu schaffen.”
Sollte sich aber herausstellen, dass dabei nicht alles ganz so sauber abgelaufen ist, dürfte der afrikanische Traum in der Lagunenbucht platzen. Denn der künftige König der Niederlande kann sich nicht leisten, an einem Projekt mitzuarbeiten und es mitzufinanzieren, das durch Korruption zustande gekommen sein könnte.
Derweil, die niederländischen Steuerzahler “are not amused”.















Super, ein Jahr später hat es auch Spiegel Online gemerkt, dass die Geschichte von Kronprinz Willem-Alexander und seinem afrikanischen Traumhaus (eine Fünf-Sterne-Anlage mit Ferienvillen) in einem Naturreservat am Indischen Ozean eine durchaus pikante Note hat. Sogar niederländische Royalisten fordern: Der Prinz soll sich doch bitte in Verzicht üben. Für die Piraten aus Somalia wäre das Anwesen ein lohnendes Jahrhundertziel. Die notwendige Reichweite haben sie ja schon. Und die niederländische Marine würde dann auf Staatskosten ganz schön blöd dastehen.