“Kulturnation Deutschland” – unter diesem Motto wird heute in Hamburg der 18. Jahrestag der Deutschen Einheit von der Politik Prominenz gefeiert. Dem Rest der Nation ist nicht nach Feiern zu Mute, denn “Kultur” setzt immer auch einen kleinen Überfluss an Geldmitteln voraus. Und der liegt meist auf “Sparkonten” der Bürger. Und wer an diesem ur-deutschen Feiertag die vermeintliche Überlegenheit des Kapitalismus feiern möchte, sollte lieber nicht in Frankfurt feiern.
Denn währendessen geht das Ringen um das Rettungspaket für den angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate weiter. Vertreter der Kreditwirtschaft diskutieren in der Zentrale der Bundesbank in Frankfurt, wer wieviel in das Rettungspaket konkret einzahlen sollte. Sowohl eine Einigung, eine Vertagung als auch ein Scheitern gelten als möglich. Nach Informationen der “Welt Online” steht die Einigung unter Zeitdruck, da die Insolvenz des Instituts drohe. Es wird daher auf eine Einigung in letzter Minute hinauslaufen. Spätestens jetzt wissen auch die Kunden der Sparkassen und Genossenschaftsbanken, dass sie mit im schwankenden Boot sitzen.
Vor dem Hintergrund der Turbulenzen auf den Finanzmärkten blickt mehr als die Hälfte der Deutschen pessimistisch in die Zukunft, was vom Ausland gerne als “German Angst” verspottet wird. Sicher wird immer mehr Bargeld in die Kopfkissen wandern – anstatt nach Liechtenstein oder auf attraktive Tagesgeldkonten. Die Bundesregierung lehnt einen Ausbau der Einlagensicherung psychologisch ungeschickt und kategorisch ab. Das wird bald schon Konsequenzen haben.
Britische Medien berichteten, dass Kunden ihr Erspartes zu denjenigen Banken brächten, die staatliche Garantien haben, darunter auch nach Irland. Dort hatte die Regierung angekündigt, für alle Einlagen der sechs größten Banken des Landes unbegrenzt zu garantieren.
Und schon ist das von der EU erfundene Wirtschaftswunderland Irland mit all seinen Bankenvertretungen und Call-Centern eine Reise wert.












