Anzeige
ImmobilienScout24 - Immobilie suchen, Wohnung, Haus, Grundstück zur Miete, zum Kauf
Planet VaoVaoWeb header image

Banken am Abgrund

An den Europa-Börsen fallen die Kurse der Bank-Aktien. In Deutschland gerieten am Montag vor allem die Aktien der Commerzbank unter die Räder. Die Notenbanken pumpen nun jeden Tag Unsummen in die Kapitalmärkte.

Doch das alles wird nicht fruchten, solange die Banken nicht wirklich die Karten auf den Tisch legen und ihr verantwortungsloses Treiben (Profit vor Sicherheit) unterbunden wird. Und von “Transparenz” ist noch immer nichts zu sehen. Mehr bei Telepolis. Alle schauen nur gebannt in die USA. Das umstrittene Rettungspaket erhielt bisher noch keine Mehrheit im Repräsentantenhaus, während weltweit immer mehr Banken auf der Kippe stehen und die Kurse an den Börsen noch tiefer einbrechen.

Wichtiges Detail am Rande: Der Sicherungsfonds der deutschen Banken haftet auch für die deutschen Töchter amerikanischer Banken und dürfte somit schon so gut wie aufgelöst sein. Kommt es auch in Deutschland zu einer echten Bankenkrise, geraten also mehrere Institute gleichzeitig in Schieflage, dann dürften diese Sicherungseinrichtungen rasch an ihre Grenzen gelangen. In Zeiten einer Bankenkrise ist für Banken nichts tödlicher als die Wahrheit. Und deshalb wird gebetsmühlenartig von den Politikern wider besseres Wissen wiederholt, dass die Spareinlagen dennoch sicher seien.

Das Dilemma lässt sich auch an einer Zahl ablesen: Laut Bundeswirtschaftsministerium beträgt das Volumen des Sicherungsfonds etwa 4,6 Milliarden Euro. Für die Schieflage der HRE (Hypo Real Estate) hätte das  kaum gereicht – von anderen Kalibern wie der Deutschen Bank, der Commerzbank oder der Postbank ganz zu schweigen.

Das Auges des Hurrikans befindet sich zur Zeit über Irland.  In der irischen Hauptstadt Dublin haben sich mehr als 1000 ausländische Finanzdienstleister mit etwa 25.000 Mitarbeitern angesiedelt. Von den 50 größten Banken der Welt sind 25 in der Stadt ansässig. Die Stadt gilt auch als Hochburg für risikoreiche Geschäfte. Denn diese Zweckgesellschaften von großen Kreditinstituten dienen dazu, auf diese Art risikoreiche Geschäfte aus ihren Bilanzen auslagern. Und Steuern sparen!

Aktuelles Beispiel: Erst flüchtete die Tochterfirma Depfa der Hypo Real Estate vor dem Fiskus von Wiesbaden nach Dublin, und jetzt muss der deutsche Staat einspringen. Viele empfinden das als eine Riesen-Sauerei.

Aber nach Meinung von Bundesbankpräsident Axel Weber gab es zu der dramatischen Rettungsaktion für die  deutsche Pleitebank Hypo Real Estate keine Alternative. Es habe “ein Totalstillstand” des Geldsystems gedroht. Weber geht davon aus, wenn man nicht gehandelt hätte, wäre das Inter-Banken-System, der Geschäftsverkehr zwischen den Instituten, “gecrasht”. Es mag also Sinn machen, eine oder auch mehrerer  Bank zu retten. Völlig inakzeptabel ist jedoch, dass die Steuerzahler mit vielen Milliarden Euro bürgen, dafür aber keine Gegenleistung bekommen.

Die Privatisierung der Gewinne und die damit verbundene Vergesellschaftung der Verluste hat viel Vertauen  der Bürger  untergraben.

Sobald die Masse der Anleger das Vertrauen in seine Bank verliert und ins Bargeld flüchtet, wird es auch in Deutschland zu einer Katastrophe kommen. Die Bilder langer Schlangen entrüsteter Kleinsparer vor verschlossenen Bankschaltern werden dann auch uns erreichen.

Bevor es dazu kommt, rettet der “starke” Staat mit seinen Möglichkeiten vielleicht noch das versagende Finanzsystem vor dem Kollaps. Dieser Staat wird ausgerechnet von denen gerufen, die ihn noch vor meinigen Tagen  am liebsten aus allen Geschäften herausgehalten hätten und auch von uns Normalbürgern verlangten, dass wir den Begriff der “Gemeinnützigkeit” und “Fürsorge” schnellst möglich aus dem Bewusstsein streichen sollen. Retten ja, danach kontrollieren und mitreden – wo kommen wir da hin? Nur soviel zum brüchigen Weltbild der immer zahlreicher werdenden “Neocons”.

Übrigens: Hat eure Kommune auch schon die berüchtigen Cross-Border-Leasing Deals gemacht und die Straßenbahn, Kanalisation oder Verwaltungsgebäude in die USA verschachert? Na, da kommt noch einiges an bösen Überraschungen auf deutsche Kommunen zu.

Und nun ratet mal, bei wem die bisher zwecks Bankenrettung in den Sand gesetzten Steuergelder in Milliardenhöhe wieder eingespart werden müssen?

Verwandte Artikel:

  1. Kein Tag der Einheit bei den Banken
  2. Tagesgeld ist out – Girokonto jetzt in – bei Bankern
  3. Lehmann und seine Brüder
  4. Mit Tagesgeld gegen die Bankenkrise

Dieser Text ist mir was wert: [?]
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (noch nicht bewertet)
Loading ... Loading ...


Diese Seite zu Favoriten.de hinzufügen   Tweet this      ShortNews  
| More

Kommentieren

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, daß der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluß aktuell zugewiesen ist, von mir im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder sonst weitergegeben.

Aktuelles

zum Thema: Finanzen