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Jetzt Reis auf Vorrat kaufen

Rekordpreis für das Lebensmittel Reis, das die Nahrungsgrundlage für die Hälfte der Menschheit darstellt: Auf 1080 Dollar je Tonne war der Preis für Reis aus dem Exportland Nummer eins, aus Thailand, am Donnerstag geschnellt. Für den weltweit beliebten indischen Basmati-Reis muss nach Angaben von Reisexperten gar ein “Minimum-Export-Preis” von 1200 Dollar gezahlt werden. Und an der Handelskammer in Chicago sind die Terminkontrakte für Reis inzwischen auf mehr als 25 Dollar je 100 Pound (43,7 Kilo) geklettert – 80 Prozent mehr als noch zu Jahresbeginn. Das hatte in den Vereinigten Staaten dazu geführt, dass unzählige Gastwirte den Reis zu horten begannen. Jetzt wird der Reis in den USA schon mancher Orts von Handelsketten rationiert.

Noch, kommentiert Tom Pongsopon vom Handelshaus Bangkok Center Grocery, mit leichtem Unverständnis, gebe es aber genug Reis auf dem Markt. “Für die Zukunft bin ich mir da aber nicht so sicher”, deutet der Manager an.

Tatsächlich schotten sich die Hauptlieferländer mehr und mehr ab, um die Versorgung im eigenen Land sicherzustellen und auch die Preise im Griff zu behalten: China, Indien, Kambodscha und auch Ägypten haben längst die Reis-Ausfuhr gedrosselt oder sogar unterbunden, Vietnam folgte im Januar, und für Thailand erwarten die Beobachter der Weltbank ebenfalls bald einen Export-Bann.

Ein Blick von heute in die Geschichte: Die aktuelle Diskussion um die Gründe für die massiven Preisschwankungen an den Märkten für Agrarprodukte kreist auch um die Gefahren der Spekulation. Eine ähnliche Auseinandersetzung über Nutzen und Nachteil der Warenterminmärkte erregte im Deutschland der 1890er Jahre die Gemüter. Nach langen Jahren der Diskussion wurde 1896 der Warenterminhandel in Getreide und Getreideprodukten an der Börse verboten.

Und wie ist die aktuelle Situation im Top-Reis-Konsumenten-Land? Noch trotzt Madagaskar den schlimmsten Auswirkungen der Lebensmittelkrise, weil es Vorräte an Reis angelegt hat. In Madagaskar ist Reis das Hauptnahrungsmittel und wird dreimal täglich in großen Mengen zubereitet. Aber wird das reichen, um die Krise zu überleben?

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