Die vor Afrika gelegene Tropeninsel Madagaskar im Indischen Ozean gehört nach jahrzehntelangen vergeblichen Bohrversuchen nun doch noch zu den Erdölförderländern. Seit einer Woche werden nach Medienberichten 45 Barrel Erdöl pro Tag (ein Barrel = 159 Liter) im Onshore-Ölfeld Tsimiroro im Morondava Becken gefördert. Seit 1993 hatte dort das private Unternehmen Madagascar Oil Limited mit Sitz in Houston/Texas nach Rohöl gesucht.
Die Fördermenge der 10 geplanten Bohrstellen dieses Pilotprojekts soll kurzfristig auf 100 Barrel pro Tag und Pumpe ausgebaut werden. Damit könnten bei dem derzeitigen Verbrauch 10 Prozent des nationalen Bedarfs gedeckt werden. Aber nur, wenn die Vorräte nicht exportiert werden. Unklar blieb auch, wie groß das Potenzial des Ölfeldes ist. Die Regierung der Gewürzinsel, die weltweit größter Exporteur von Vanille ist, hat inzwischen 19 Lizenzen im Off- und Onshore-Bereich an Ölfirmen vor allem aus dem Ausland vergeben.
In Madagaskar beginnt eine Welle von Rohstofferschließungen mit Projekten u.a. in Fort Dauphin, Moramanga und vor Mahajanga. Die ökologischen und sozialen Folgen zeichnen sich besonders in Fort Dauphin schon ab. Die Preissteigerungen für die dortige Bevölkerung sind enorm. Kriminalität, Prostitution und Krankheiten sind im Kommen. Das ehemals verschlafene Städtchen mutiert zu einer Großbaustelle mit ständig ausgebuchten Hotels.
Seitdem gibt es auch eine wahre Invasion chinesischer Projekte und Einflussnahmen. Aber dieses Schauspiel der post-kolonialen Ausplünderung findet schon länger in ganz Afrika statt. Chinesische Ingenieure und Arbeiter bauen minderwertige Hotels, Regierungsgebäude und Krankenhäuser und werden dafür mit besten Rohstoffen unter Weltmarktpreis bedacht. Insider verdächtigen sie auch der Sabotage an Konkurrenten. Oft genug ist die chinesische Beschaffungsoffensive verbunden mit lokalen Kriegen und Waffenlieferungen aus, nun raten Sie mal: China! Aktuelle Beispiele sind Darfur, Niger und Kongo.














