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Glück oder Pech der Herkunft

Das Magazin Telepolis stellt fest: “Deutschland ist feudalistisch und beherrscht von den Alten, junge Menschen, Frauen, Einwanderer und zwei Drittel der Gesamtbevölkerung haben wenig oder kein Vermögen”. Wenn also 10 Prozent der Bevölkerung mehr als zwei Drittel des Gesamtvermögens besitzen, während zwei Drittel gerade einmal 10 Prozent des Vermögens besitzen, dann herrscht in unserer Gesellschaft eine hohe Ungleichheit und hat man sich wenig von der Feudalgesellschaft wegbewegt.

Gleiches Verhältnis, nur auf höherem Niveau. Manche nennen es auch “Sozialdemokratie”. Eine weitere Feststellung des Deutsche Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer Studie zu den Vermögensverhältnissen in Deutschland ist, dass sich Reichtum immer stärker selbst ohne Zutun vermehrt. Lapidar ausgedrückt, was die Autoren auch machen: Vermögen wird vererbt. Den Spruch, dass sich Leistung lohnen müsse, hört man dann auch meist von Leuten, die selbst gar keine Leistung mehr erbringen, außer dass sie ihr Kapital gewinnbringend anlegen.

Die Stellung der “Haves and Have-Nots” auf niedrigem Niveau ist in den ärmsten Ländern besser sichtbar, für manche Touristen auch schwer zu ertragen. Zuerst geschockt, dann langsam in die ungewohnte Rolle eines “Währungskurs-Millionärs” hineinwachsend, machen die Reisenden dann komische Dinge. Wer z.B. in Madagaskar einem Straßenkind vor lauter Mitleid 50€ in die Hand drückt um es zu “retten”, riskiert in Wahrheit sein Leben. Den Einzelnen mit einem hohen Geldgeschenk zu beglücken, erregt den Neid und die Eifersucht des Umfeldes. Wer nur “überlebt”, tickt anders. Professionelle ONG’s wissen das und machen keine Geschenke. Sie geben den Betroffenen die Würde zurück, wieder eine Wahl zu haben. Und Afrika ist der Kontinent der “Eifersucht”, viel stärker ausgeprägt als in Deutschland, wo politisch oder im sozialen Umfeld der Neidfaktor nur am Rande eine Rolle spielt. Lasst euch nicht einreden, Deutschland sei eine Neidgesellschaft. Dafür geht es uns noch zu gut. Wir haben ja auch die Staatsangehörigkeit ererbt.

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